Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Ein Rosenkäferverwandter (Scarabaeidae, Rutelinae) names Chrysina macropoda aus Kolumbien in den Zoologischen Sammlungen. © F. Steinheimer, MLU

Kontakt

Dr. Renate Schafberg

Telefon: 0345 55-22326
Telefon: 0345 55-22322

Adam-Kuckhoff-Straße 35
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Haustierkundliche Sammlung

ALLGEMEINE ÖFFNUNGSZEITEN UND FÜHRUNGEN

Außer bei Schließzeiten oder an Feiertagen ist das Museum immer mittwochs 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Ab sofort können Führungen durch die Sammlungen geplant und gebucht werden. Für Anfragen bzw. Fragen wenden Sie sich bitte an

Das Museum für Haustierkunde am Steintorcampus. Foto: © A.Perl, 2017

Das Museum für Haustierkunde am Steintorcampus. Foto: © A.Perl, 2017

Das Museum für Haustierkunde am Steintorcampus. Foto: © A.Perl, 2017

     Mit dem Museum für Haustierkunde und den dazugehörigen wissenschaftlichen Sammlungen übernimmt das Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen (ZNS) einen europaweit einmaligen Sammlungsbestand. Nicht nur, dass die damaligen Züchtungs- und Kreuzungsversuche von Haustieren unter Julius Kühn (1825-1910) die ersten ihrer Art waren, sondern diese wurden zusätzlich genauestens dokumentiert: Das Erbe sind 12.000 historische Fotoglasplatten und Großdias von Versuchstieren, teils über mehrere Generationen hinweg. Die Tiere aus dem Haustiergarten, die zwischen 1864 bis 1968 gehalten wurden, kamen nach deren Tod als zumeist Skelette in den Besitz der Sammlung. Daneben wurden auch wichtige Präparate angekauft.  Heute lagern dort Nachweise ausgestorbener oder gefährdeter Zuchtrassen, z.B. Präparate des Roten Höhenviehs und des Angler Rinds, von Leine- und Karakul-Schafen, dem Bayerischen Landschwein, Cornwallschwein, Berkshire-Edelschwein und vom Schwäbisch-Hallischen Schwein. Auch die älteste Schweinerasse mit einer Zuchtgeschichte von 400 Jahren ist mit dem chinesischen Maskenschwein vertreten.

Glasphiole mit verschiedenen Wollproben. © F. Steinheimer, ZNS.

Glasphiole mit verschiedenen Wollproben. © F. Steinheimer, ZNS.

Manche individuelle Zuchttiere, die nach deren Tod als Skelette in der Sammlung hinterlegt wurden, begründeten zu Lebzeiten ganze Zuchtlinien, so das irische Galopprennpferd und Stammvater der deutschen Vollblutzucht namens „Dark Ronald“ (1905-1929) oder der belgische Kaltblut- bzw. Championatshengst „Gaulois du Monceau“ (1922-1940). Der Braunschimmel „Beau Fils de Nasst“ (1923-1940) prägte nicht nur die deutsche Kaltblutzucht, sondern stand auch Modell für die Großplastik des Bildhauers Gerhard Marks (1889-1981) an der Kröllwitzer Brücke (von 1928). Die Sammlungen beinhalten zudem die wilden Stammtiere der Zuchtrassen, so Przewalski-Pferde (Equus przewalskii) der Hagenbeck-Expedition nach Zentralasien, das Wildrind Gaur (Bos gaurus), domestiziert in Asien als Gayal, und das weltweit größte Wildschaf Argali (Ovis ammon). Unter den Besuchern, derzeit knappe 2.000 pro Jahr, findet ein Pferdemodelle aus Pappmaché von Thomas Auzoux (Ankauf 1874) besondere Begeisterung: Es kann wie ein Puzzel in 120 Einzelteile zerlegt werden.

Blick in das Museum mit der Präsentation von Dermoplastiken. Foto: © M. Scholz im Auftrag für das ZNS, 2017

Blick in das Museum mit der Präsentation von Dermoplastiken. Foto: © M. Scholz im Auftrag für das ZNS, 2017

Blick in das Museum mit der Präsentation von Dermoplastiken. Foto: © M. Scholz im Auftrag für das ZNS, 2017

  Die Sammlung besitzt 6.000 Dermoplastiken und Skelette, eine umfangreiche Woll-Sammlung, und eine der drei größten deutschen Vergleichssammlungen der Archäozoologie. Rund 50 Wissenschaftler pro Jahr benutzen die Sammlung für ihre Forschung. Dem Museum wird es ein Anliegen sein, den Begründer des ersten landwirtschaftlichen Instituts an einer deutschen Universität, dem lehrenden Professor, Phytopathologen, Pflanzenzüchter und Haustierkundler Julius Kühn in dem Ausstellungsabschnitt zur Wissenschaftsgeschichte einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. Die einmaligen Zuchtreihen, Mendel’sche Experimente mit Tierformen, werden hingegen den Besuchern Menschen gemachte Biodiversität und die Grundlagen der Züchtungsgenetik erklären.

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