Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Ein Rosenkäferverwandter (Scarabaeidae, Rutelinae) names Chrysina macropoda aus Kolumbien in den Zoologischen Sammlungen. © F. Steinheimer, MLU

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Geiseltal-Sammlung

     Die Eozän-Fossilien aus dem sachsen-anhaltinischen Geiseltal bei Merseburg haben Weltberühmtheit erlangt. Während des dortigen Tage-Braunkohleabbaus konnten 50.000 Einzelstücke für das Museum geborgen werden, die seit 1934 auf Initiative des damaligen Direktors des Geologisch-Paläontologischen Instituts, Johannes Weigelt (1890-1948), in der Neuen Residenz der Öffentlichkeit gezeigt werden. Das Geiseltal und die Grube Messel bei Darmstadt stammen aus der gleichen erdgeschichtlichen Epoche (um die 45 Mill. Jahre); einige Tier- und Pflanzenarten konnten in beiden Lagerstätten gefunden werden. Die Geiseltalfossilien zeigen jedoch zumeist einen dreidimensionalen Erhaltungszustand, während der Großteil der Messelfossilien auf zwei Dimensionen verformt vorliegt. Über die letzten 100 Jahre hinweg wurden mehrere hundert neue einstige Tier- und Pflanzenarten aus dem Geiseltal beschrieben.

Fossiler Prachtkäfer (Buprestidae), mit Chitinstruktur-Erhaltung. © Archiv Geiseltalmuseum, ZNS.

Fossiler Prachtkäfer (Buprestidae), mit Chitinstruktur-Erhaltung. © Archiv Geiseltalmuseum, ZNS.

Fossiler Prachtkäfer (Buprestidae), mit Chitinstruktur-Erhaltung. © Archiv Geiseltalmuseum, ZNS.

Die Fossilisation im Geiseltal konservierte nicht nur harte Knochensubstanz, sondern auch Insektenchitin und Wirbeltierweichteile. Einige Dutzend Wissenschaftler pro Jahr kommen nach Halle, um an dem Material zu forschen. Aber auch das Schaumuseum zieht jährlich viele tausend Besucher an. Im neuen Museum soll deshalb den Geiseltalfossilien gebührend Raum zur Präsentation eingeräumt werden. Unter den großen Besonderheiten befindet sich das vollständige Skelett des Großen Urpferds (Propalaeotherium hassiacum), sechs verschiedene Krokodilarten (u.a. Asiatosuchus germanicus, Diplocynodon hallense, Pristichampsus geiseltalensis und Allognathosuchus weigelti) und Überreste des flugunfähigen Großlaufvogels der Gattung Diatryma. Die Abbaugebiete des Geiseltals werden seit 2003 geflutet; die Fossilien im Museum sind daher das einzig zugängliche Material dieser außergewöhnlichen Fundstelle. Derzeit wird die Sammlung von einem Kustoden und einem zu 50 % seiner Zeit dort tätigen Präparator betreut.

Fossil vom Großen Urpferd (Propalaeotherium hassiacum) aus dem Eozän des Geiseltals. © F. Steinheimer, ZNS.

Fossil vom Großen Urpferd (Propalaeotherium hassiacum) aus dem Eozän des Geiseltals. © F. Steinheimer, ZNS.

Fossil vom Großen Urpferd (Propalaeotherium hassiacum) aus dem Eozän des Geiseltals. © F. Steinheimer, ZNS.

Ansicht des Innenhofs der Neuen Residenz mit zwei Gesteinskugeln (Calzitsphärit), die aus dem Geiseltal stammen. © F. Steinheimer, ZNS.

Ansicht des Innenhofs der Neuen Residenz mit zwei Gesteinskugeln (Calzitsphärit), die aus dem Geiseltal stammen. © F. Steinheimer, ZNS.

Ansicht des Innenhofs der Neuen Residenz mit zwei Gesteinskugeln (Calzitsphärit), die aus dem Geiseltal stammen. © F. Steinheimer, ZNS.

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