Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Ein Rosenkäferverwandter (Scarabaeidae, Rutelinae) names Chrysina macropoda aus Kolumbien in den Zoologischen Sammlungen. © F. Steinheimer, MLU

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Sammlungen und Großobjekte

In ihrer über 230-jährigen Geschichte wurden die naturkundlichen Sammlungen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg durch eine große Anzahl an Wissenschaftlerkapazitäten bearbeitet. Den Grundstock bildete Gottlieb Goldhagens Naturalienkabinett. Ihm folgten Sammlungen von Ludwig Nitzsch, Hermann Burmeister und Gottfried Giebel, von Johannes Walther, Julius Kühn und Johannes Weigelt – um nur einige zu nennen. Sie alle hinterlassen nun ein wissenschaftlich äußerst wertvolles Erbe an herausragendem Material. Zum wichtigsten Sammlungsbestand zählen rund 3500 Typen, den „Urmetern“ der naturwissenschaftlichen Taxonomie. Dieses Material bildet heute den Kernpunkt von hunderten an jährlichen Anfragen, Besuchen von Gastwissenschaftlern, Leihgaben und Publikationen der internationalen Forschergemeinde. Unter Experten gelten die Sammlungen schon lange als ein ganz besonderes Kleinod der deutschen Wissenschaftslandschaft mit großem Potenzial für weitere Forschungsfragen. Mit unserem Museumskonzept und Wissenschaftsmanagement werden wir diese Potenziale ausbauen und in eine breite Öffentlichkeit tragen.

Blick in den Säugetiersaal des zoologischen Schau- und Lehrmagazins aus dem 19. Jahrhundert. Foto: Frank Steinheimer, ZNS.

Blick in den Säugetiersaal des zoologischen Schau- und Lehrmagazins aus dem 19. Jahrhundert. Foto: Frank Steinheimer, ZNS.

Blick in den Säugetiersaal des zoologischen Schau- und Lehrmagazins aus dem 19. Jahrhundert. Foto: Frank Steinheimer, ZNS.

Das Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen (ZNS) vereint seit dem Jahr 2010 die gesamten Sammlungen der Zoologie, des Geiseltalmuseums und des Museums für Haustierkunde "Julius Kühn", sowie die beiden kleineren Sammlungen der Veterinärmedizin (anatomische Präparate und Modelle) und der Physik (Physikalische Instrumente). Weitere Sammlungen, wie etwa die Mineralogisch-Petrologische Sammlung, werden zumindest im geplanten Schaumuseum des Naturkundlichen Universitätsmuseums bzw. in Sonderausstellungen zu sehen sein. Das ZNS ist schon heute der wissenschaftlich-kustodiale Bereich des neuen Museums.

            Zoologische Sammlungen

Historischer Kasten mit Trottellummen-Eiern (Uria aalge). © F. Steinheimer, ZNS.

Historischer Kasten mit Trottellummen-Eiern (Uria aalge). © F. Steinheimer, ZNS.

Historischer Kasten mit Trottellummen-Eiern (Uria aalge) aus der Zoologischen Sammlung. Mit der Schönwetter-Kollektion beherbergt die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine der wichtigsten oologischen (=eierkundlichen) Vergleichssammlungen Deutschlands. Für weitere Information zu der Zoologischen Sammlung bitte unten auf den entsprechenden Navigationslink klicken.

            Haustierkundliche Sammlung

Schädel eines Hausschweins (Sus scrofa) aus der Sammlung Julius Kühn. © F. Steinheimer, ZNS.

Schädel eines Hausschweins (Sus scrofa) aus der Sammlung Julius Kühn. © F. Steinheimer, ZNS.

Schädel   eines veredelten Landschweins als Beispiel für ein typisches Hausschwein (Sus scrofa scrofa)  aus der Haustierkundlichen Sammlung Julius Kühn. Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg verfügt über eine weltbedeutende Haustier-Skelettsammlung mit rund 6.000 dokumentierten Objekten sowie Dermoplastiken. Für weitere Information zu dieser Sammlung bitte unten den entsprechenden Navigationslink anklicken.

            Geiseltal-Sammlung

Wissenschaftliche Sammlung von fossilen Zähnen des Urpferds (Propalaeotherium sp.). © F. Steinheimer, ZNS.

Wissenschaftliche Sammlung von fossilen Zähnen des Urpferds (Propalaeotherium sp.). © F. Steinheimer, ZNS.

Einblick in die wissenschaftliche Sammlung des Geiseltalmuseums. Das Foto zeigt fossile Zähne des Urpferds (Propalaeotherium sp.), die während des Kohleabbaus im Geiseltal gefunden worden sind. Die Sammlung ist weltweit eine der wichtigsten Referenzkollektionen für Eozän-Fossilien. Für nähere Information zu dieser Sammlung bitte den Navigationslink unterhalb dieses Textblocks benutzen.

Großobjekt: Riesenkalzitsphärite und ein fossiler Baumstamm im Vorgarten des ZNS am Domplatz 4

Autor: Dr. Meinolf Hellmund

Fragment eines kleinen Kalzitsphäriten mit radialstrahliger Innenstruktur aus dem Geiseltal. Ausgehend von einem zentralen Kristallisationskern sind die Kristallite strahlenförmig von innen nach außen gewachsen. Es handelt sich hierbei um eine anorganische Bildung, Maßstab = 5cm. Foto: Michael Stache, ZNS.

Fragment eines kleinen Kalzitsphäriten mit radialstrahliger Innenstruktur aus dem Geiseltal. Ausgehend von einem zentralen Kristallisationskern sind die Kristallite strahlenförmig von innen nach außen gewachsen. Es handelt sich hierbei um eine anorganische Bildung, Maßstab = 5cm. Foto: Michael Stache, ZNS.

Fragment eines kleinen Kalzitsphäriten mit radialstrahliger Innenstruktur aus dem Geiseltal. Ausgehend von einem zentralen Kristallisationskern sind die Kristallite strahlenförmig von innen nach außen gewachsen. Es handelt sich hierbei um eine anorganische Bildung, Maßstab = 5cm. Foto: Michael Stache, ZNS.

Einige Kilometer südwestlich von Halle (Saale) lag einst das Braunkohlenrevier Geiseltal, das für seine herausragenden Fossilfunde, darunter insbesondere die Säugetiere, weltberühmt geworden ist. Weitaus weniger bekannt, aber nicht minder von wissenschaftlichem Interesse sind anorganische Mineralbildungen wie die sogenannten Kalzitsphärite, von denen zwei der größten und weltweit einzigartigen Exemplare im Vorgarten des ZNS am Domplatz 4 aufgestellt sind. Hinzu kommt noch ein imposanter fossiler Baumstamm, der ebenfalls aus dem ehemaligen Braunkohlenrevier Geiseltal stammt.

Bei den Kalzitsphäriten handelt sich um kalkige, hellbraune bis graue anorganische Bildungen (Sammelkristallisation), die sich um einen Kristallisationskern aus sehr kleinen Kalzitkristallen im Inneren beginnend, in strahlig nach außen gewachsenen Kristallen fortsetzen (Abb. 1 und Abb. 2) und dabei eine feinnarbige Kugelform entstehen ließen. Das hierzu nötige Kalziumcarbonat wurde von Südwesten aus über Gewässer in Form von Kalziumhydrogencarbonat während des Mitteleozäns in die Moorsenke des Geiseltales transportiert. Über die Entstehungsdauer solcher Kalzitsphärite ist nichts bekannt.

Ihr Alter lässt sich mit ca. 43-47 Millionen Jahren (Mitteleozän) vor heute angeben. Ihr Fundort lag im ehemaligen Braunkohlenrevier Geiseltal, südwestlich von Halle (Saale), im Tagebau Mücheln (Abb. 3). Heutzutage sind die ausgekohlten Tagebaue vom künstlichen Geiseltalsee bedeckt. Die Auffindung dieser Großobjekte (Durchmesser jeweils ca. 1,5 Meter) und deren Bergung fiel in das Jahr 1955; das Gewicht einer einzigen Kalkkugel beträgt ca. 5 Tonnen.

Seit den 1950er Jahren haben die Kalzitsphärite und der fossile Baumstamm bereits den Status von Naturdenkmalen erhalten, im Jahre 2012 wurden sie zusammen mit der übrigen Geiseltalsammlung in die „Liste der national wertvollen Kulturgüter Deutschlands“ aufgenommen. Die Geiseltalsammlung steht damit insgesamt unter besonderem staatlichen Schutz.

Die Erstaufstellung erfolgte im Innenhof der Neuen Residenz im Jahre 1955. Die Restaurierung in den Jahren 2011-2012 und die Wiederaufstellung vor dem Gebäude des Zentralmagazins Naturwissenschaftlicher Sammlungen wurde im Dezember des Jahres 2012 vorgenommen [vgl. Jahresbericht 2012, Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, S. 42-43, 3 Abb.].

Der fossile Baumstamm bestand ursprünglich aus zwei zusammengehörigen Teilen, er wurde erstmalig bei der Wiederaufstellung zusammengefügt. Es handelt sich wahrscheinlich um eine sumpfzypressenartige Konifere. Nach dem Absterben des Baumes wurde der Stamm während des Inkohlungsprozesses infolge des Eindringens von Kalziumhydrogencarbonat und durch die anschließende Ausfällung von Kalziumcarbonat imprägniert.

Das Alter entspricht mit ca. 43-47 Millionen Jahren (Mitteleozän) demjenigen der Riesenkalzitsphärite. Der Fundort lag im ehemaligen Braunkohlenrevier Geiseltal, südwestlich von Halle (Saale) im Tagebau Elisabeth. Gefunden und geborgen wurde das Großobjekt im Jahre 1952. Die Gesamthöhe beträgt ca. 4,70 Meter, der Durchmesser im unteren Teil ca. 0,90 Meter und weiter oben ca. 0,65 Meter. Das Gewicht macht insgesamt ca. 5 Tonnen aus.

Der fossile Baumstamm ist ebenfalls auf der „Liste der national wertvollen Kulturgüter Deutschlands“ verzeichnet. Die Erstaufstellung in zwei separaten Teilen erfolgte im Innenhof der Neuen Residenz im Jahre 1952. Die Restaurierung wurde in den Jahren 2011-2012 vorgenommen. Die Zusammenfügung der beiden Teile und die Wiederaufstellung vor dem Gebäude des Zentralmagazins Naturwissenschaftlicher Sammlungen war im Dezember 2012 [vgl. auch hierzu Jahresbericht 2012, Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, S. 42-43, 3 Abb.].

Der Querbruch (Durchmesser ca. 150 cm) an einem der großen 
Kalzitspärite läßt mittig das Kristallisationszentrum erkennen und davon 
ausgehend die radialstrahlig angeordneten Kristallite aus Kalziumcarbonat. Die 
Querschnittansicht wurde während der Restaurierung im Jahre 2012 
aufgenommen. Foto: Markus Scholz im Auftrag des ZNS.

Der Querbruch (Durchmesser ca. 150 cm) an einem der großen Kalzitspärite läßt mittig das Kristallisationszentrum erkennen und davon ausgehend die radialstrahlig angeordneten Kristallite aus Kalziumcarbonat. Die Querschnittansicht wurde während der Restaurierung im Jahre 2012 aufgenommen. Foto: Markus Scholz im Auftrag des ZNS.

Der Querbruch (Durchmesser ca. 150 cm) an einem der großen
Kalzitspärite läßt mittig das Kristallisationszentrum erkennen und davon
ausgehend die radialstrahlig angeordneten Kristallite aus Kalziumcarbonat. Die
Querschnittansicht wurde während der Restaurierung im Jahre 2012
aufgenommen. Foto: Markus Scholz im Auftrag des ZNS.

Weiterführende Literatur:

Gallwitz, H. & Krumbiegel, G. (1957): Riesenkalzitsphärite in der Braunkohle des Geiseltales. – N. Jb. Geol. Paläont. Abh., 105 (1), 71–78, Stuttgart.

Krumbiegel, G. (1957): Eigenartige Mineralbildungen in der Braunkohle des Geiseltales. – Urania, 20 (1), 28-30, 8 Abb., Jena.

Krumbiegel, G. (1958a): Kalke in der Braunkohle – Natur und Heimat, 1958 Heft 1, 22–23, 3 Abb., Berlin.

Krumbiegel, G. (1958b): Die Kalkkugeln aus der Braunkohle des Geiseltales – Geologische Naturdenkmäler. – Unser Merseburger Land, 1958 Heft 5, 1–3, 2 Abb., Merseburg.

Krumbiegel, G. (1959a): Die Kalkvorkommen in der alttertiären Braunkohle Mitteldeutschlands. – N. Jb. Geol. Paläont. Abh., 107 (2), 173–203, Stuttgart.

Krumbiegel, G. (1959b): Die tertiäre Pflanzen- und Tierwelt der eozänen Braunkohle des Geiseltales bei Halle/Saale. (Das Geiseltalbuch). – Die Neue Brehmbücherei, Heft 237, 156 S., 91 Abb., 29 Fig., Wittenberg-Lutherstadt.

Krumbiegel, G. (1986): Zwei bemerkenswerte paläobotanisch-dendrologische Naturdenkmale im Bezirk Halle (Taxodium distichum (L.) und Taxodioxylon sp. GOTHAN). – Fundgrube XXII (4), 98–100, 108–110, 4 Abb., Berlin.

Mehrere Riesenkalzitsphärite im Tagebau Mücheln (Geiseltal), vgl. 
Aktentasche als Maßstab. Foto: Archiv Geiseltalmuseum, 1955.

Mehrere Riesenkalzitsphärite im Tagebau Mücheln (Geiseltal), vgl. Aktentasche als Maßstab. Foto: Archiv Geiseltalmuseum, 1955.

Mehrere Riesenkalzitsphärite im Tagebau Mücheln (Geiseltal), vgl.
Aktentasche als Maßstab. Foto: Archiv Geiseltalmuseum, 1955.

Christoph Gottfried Andreas Giebel (1820-1881)

Christoph Gottfried Andreas Giebel wurde am 13. September 1820 als dritter Sohn des Gipsbrennereibesitzer Gottfreid Andreas Giebel in Quedlinburg geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums begann er 1841 an der Universität Halle Mathematik und Naturwissenschaften zu studieren. Bereits im ersten Semester wurde Giebel durch Prof. Ernst Friedrich Germar, Mineraloge und Entomologe, aufgefordert, im mineralogischen Museum zu forschen, und bald hielt er auch gratis Vorlesungen. Eine im dritten Semester vollendete Monographie zu fossilen Hyänen wurde 1845 eingereicht und mit ihr das Doktordiplom erworben. Schon in jungen Jahren konnte Giebel in seinen umfangreichen Veröffentlichungen sein reiches Wissen und seine Fertigkeiten in praktischen Untersuchungen beweisen, die ihm vortrefflich für einen akademischen Lehrberuf auswiesen. Seine Habilitation wurde am 6. Mai 1848 aufgrund einer monographischen Darstellung des subhercynischen Gebietes amtlich vollzogen.

Die Vorlesungen, die im nächsten Semester begannen, erfreuten sich einer hohen Zuhörerzahl. In den folgenden Jahren vertrat er bei BedarfBurmeisters Vorlesungen über Zoologie. Als Germar im Wintersemester 1852 erkrankte und 1853 starb, übernahm Giebel die Vorlesungen für Mineralogie und Geologie sowie die Anfertigung eines Kataloges über das mineralogische Museum, welches ein ganzes Semester Zeit in Anspruch nahm und für welche er, genau wie für die Vertretung der Vorlesungen, keine Anerkennung erhielt. Seine Hoffnung, bei der Wiederbesetzung der Stelle von Germar berücksichtigt zu werden, ging ebenfalls nicht in Erfüllung.

Ab 1853 gab Giebel für den Sächsisch-Thüringischen naturwissenschaftlichen Verein in Monatsheften „die Zeitschrift für die gesammte Naturwissenschaft“ heraus. In dieser Zeitschrift veröffentlichte er in den folgenden Jahren fast ausschließlich seine Forschungsergebnisse.

Im Jahre 1858 wurde Giebel aufgrund der jahrelangen ExpeditionenBurmeisters zum außerordentlichen Professor für Zoologie ernannt und übernahm stellvertretend die Direktion des Institutes. Im Berufungsgeschehen nach 1860 um die Burmeister-Position setzte sich, trotz namhafter Mitbewerber wie z. B. Ernst Haeckel (Jena), nach einem komplizierten und nicht unumstrittenen Verhandlungsverlauf dennochChristoph Giebel durch. Es war wohl der ausdrücklich geäußerte WunschBurmeisters nicht Wissenschaftler wie Gegenbaur, Leydig, Lieberkühnoder Meissner als Nachfolger für „sein Museum“ einzustellen, da diese den Wert der Sammlung nicht begreifen würden.

Giebel wurde 1862 zum ordentlichen Professor für Zoologie und zum Direktor des zoologischen Museums ernannt. Er sah eine wichtige Aufgabe in der Nutzbarmachung der Sammlungen für Lehre und Forschung. Man kann ihm Fleiß und Tatendrang bescheinigen und sein überliefertes Engagement zum Lehren und Publizieren ist bewundernswert. Aus den Vorlesungsverzeichnissen ist bekannt, dassGiebel Vorlesungen zur „Allgemeinen Zoologie“, „Ornithologie“, „Paläontologie“, „Entwicklungsgeschichte“, „Anatomie und Physiologie der Haustiere“ und „Naturgeschichte der Säugetiere“ hielt.

Aufgrund seines jahrelangen Engagements als Gründer und Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins von Sachsen (1848) und Thüringen (1852) wurde ihm zu Ehren 1904 ein Gedenkstein gesetzt, der seit wenigen Jahren wieder im Vorgarten des Institutes zu sehen ist. Das wohl prominenteste Vereinsmitglied war Charles Darwin. Publizistisch gab der Verein die Zeitschrift für Naturwissenschaften heraus.

Giebel bemühte sich um eine Erweiterung der von Nitzsch begonnenen Mallophagensammlung und fügte weitere Typen hinzu. Zahlreiche, vonBurmeister gesammelte, Typen wurden erstmals von Giebelbeschrieben.

Stets war er bestrebt, die Sammlung weiter auszubauen, noch bestehende Lücken in den Tierklassen zu schließen und die vorhandenen Bestände zu erweitern.

Die Universität verdankt dem Wirken Giebels u. a. die Sammlungen von E. F. Germar (Rüsselkäfer weltweit), C. W. L. E. Suffrian (Käfer weltweit), G. A. Keferstein (Schmetterlinge weltweit) und H. Steinfurth(Conchylien weltweit).

Giebel publizierte eine große Masse an Veröffentlichungen. Er schaffte jährlich 200 Druckbögen und mehr. Seine Manuskripte las er jedoch nicht durch und korrigierte sie auch nicht mehr. Durch mangelnde Sorgfalt, z. T. Oberflächlichkeit und fehlende Selbstkritik fiel die Beurteilung seiner Schriften durch Fachkollegen oft schlecht aus.

Giebel blieb in seiner Forschung der systematischen Richtung in der Zoologie treu und stand der Entwicklungslehre der neuen Naturforschung, dem Darwinismus, ablehnend gegenüber. Seine Gegner ehrten in ihm die Gewissenhaftigkeit der Überzeugung und das ungewöhnlich umfangreiche Wissen.

Literatur

Anonym (1881): Christoph Gottfried Andreas Giebel. Ein Lebensbild.- Zeitschr. f. d. ges. Naturw. Bd. LIV: 613-637.

Gattermann, R. & V. Neumann (2005): Geschichte der Zoologie und der Zoologischen Sammlung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg von 1769-1990. Abh. d. Sächs. Akademie d. Wiss. zu Leipzig. Bd. 63, H. 3: 1-184.

Görgner, E. et. al. (2002): Kulturerbe Natur - Naturkundliche Museen und Sammlungen in Sachsen-Anhalt, Halle.

Taschenberg, O. (1894): Geschichte der Zoologie und der Zoologischen Sammlungen an der Universität Halle 1694-1894. Abh. d. Naturf. Ges. Halle. XX: 1-176.

Gedenkstein für C. G. Giebel, gestiftet vom Naturwissenschaftlichen Verein für 
Sachsen und Thüringen. Foto: D. Heidecke, 2011.

Gedenkstein für C. G. Giebel, gestiftet vom Naturwissenschaftlichen Verein für Sachsen und Thüringen. Foto: D. Heidecke, 2011.

Gedenkstein für C. G. Giebel, gestiftet vom Naturwissenschaftlichen Verein für
Sachsen und Thüringen. Foto: D. Heidecke, 2011.

Dreifarbentöpfer (Furnarius leucopus tricolor (Giebel, 1868)), von Giebel 
beschriebene Unterart des Blaßfußtöpfers. Foto: Hans Altner, ZNS, 2007.

Dreifarbentöpfer (Furnarius leucopus tricolor (Giebel, 1868)), von Giebel beschriebene Unterart des Blaßfußtöpfers. Foto: Hans Altner, ZNS, 2007.

Dreifarbentöpfer (Furnarius leucopus tricolor (Giebel, 1868)), von Giebel
beschriebene Unterart des Blaßfußtöpfers. Foto: Hans Altner, ZNS, 2007.

Christoph Gottfried Giebel (13. 09. 1820 - 14. 11. 1881). Quelle: Taschenberg, O. (1894): Geschichte der Zoologie und der Zoologischen Sammlungen an der Universität Halle 1694-1894. Abh. Naturf. Ges. zu Halle. XX:1-76.

Christoph Gottfried Giebel (13. 09. 1820 - 14. 11. 1881). Quelle: Taschenberg, O. (1894): Geschichte der Zoologie und der Zoologischen Sammlungen an der Universität Halle 1694-1894. Abh. Naturf. Ges. zu Halle. XX:1-76.

Christoph Gottfried Giebel (13. 09. 1820 - 14. 11. 1881). Quelle: Taschenberg, O. (1894): Geschichte der Zoologie und der Zoologischen Sammlungen an der Universität Halle 1694-1894. Abh. Naturf. Ges. zu Halle. XX:1-76.

Die Seidenspinne Nephila sexpunctata  Giebel, 1867 wurde in Mendoza 
(Argentinien) gefangen und Giebel beschrieb sie als neue Art in: Giebel, C. G. 
(1867). Neue Spinne, Nephila sexpunctata, von Mendoza. - Zeitschr. gesam. 
Naturw. 30: 325-326. Foto: Joachim Händel, ZNS, 2013.

Die Seidenspinne Nephila sexpunctata  Giebel, 1867 wurde in Mendoza (Argentinien) gefangen und Giebel beschrieb sie als neue Art in: Giebel, C. G. (1867). Neue Spinne, Nephila sexpunctata, von Mendoza. - Zeitschr. gesam. Naturw. 30: 325-326. Foto: Joachim Händel, ZNS, 2013.

Die Seidenspinne Nephila sexpunctata  Giebel, 1867 wurde in Mendoza
(Argentinien) gefangen und Giebel beschrieb sie als neue Art in: Giebel, C. G.
(1867). Neue Spinne, Nephila sexpunctata, von Mendoza. - Zeitschr. gesam.
Naturw. 30: 325-326. Foto: Joachim Händel, ZNS, 2013.

Petersfisch auch Heringskönig genannt (Zeus faber, L. 1758) - diesen 
Meeresfisch sammelte Giebel bei Nizza. Foto: Hans Altner, ZNS, 2013.

Petersfisch auch Heringskönig genannt (Zeus faber, L. 1758) - diesen Meeresfisch sammelte Giebel bei Nizza. Foto: Hans Altner, ZNS, 2013.

Petersfisch auch Heringskönig genannt (Zeus faber, L. 1758) - diesen
Meeresfisch sammelte Giebel bei Nizza. Foto: Hans Altner, ZNS, 2013.

Große Geißbrasse (Sargus rondelettii, Valencienna, 1830) - ist eine Fischart, die 
u. a. im Mittelmeer lebt, kann auch als Aquarienfisch gehalten werden, wird aber 
ca. 45 cm groß. Giebel fing die Art bei Nizza. Foto: Hans Altner, ZNS, 2013.

Große Geißbrasse (Sargus rondelettii, Valencienna, 1830) - ist eine Fischart, die u. a. im Mittelmeer lebt, kann auch als Aquarienfisch gehalten werden, wird aber ca. 45 cm groß. Giebel fing die Art bei Nizza. Foto: Hans Altner, ZNS, 2013.

Große Geißbrasse (Sargus rondelettii, Valencienna, 1830) - ist eine Fischart, die
u. a. im Mittelmeer lebt, kann auch als Aquarienfisch gehalten werden, wird aber
ca. 45 cm groß. Giebel fing die Art bei Nizza. Foto: Hans Altner, ZNS, 2013.

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